Kunde: Flughafen Wien, SSP, Lagardère Travel Retail Austria
Ort: Flughafen Wien, A-1300 Wien-Flughafen
Jahr: 2026/27
Webseite: viennaairport.com
Kategorie: Innenarchitektur, Gastronomie
Neue Gastronomie für das Terminal 3 am Flughafen Wien
Mit der Erweiterung des Terminal 3 entsteht am Flughafen Wien eine neue Generation von Gastronomieflächen. Ziel ist es, Reisenden nicht nur eine funktionale Versorgung zu bieten, sondern Orte zu schaffen, die Qualität, Regionalität und Aufenthaltsqualität miteinander verbinden.
Derenko begleitet im Rahmen dieses Großprojekts zahlreiche Gastronomiekonzepte und entwickelt gemeinsam mit den Betreibern individuelle Interior- sowie teilweise Markenkonzepte für internationale Gäste.
Die Anforderungen an Flughäfen haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Sie sind heute weit mehr als reine Verkehrsknotenpunkte – sie sind Aufenthaltsorte, Begegnungsräume und für viele Reisende der erste Eindruck einer Stadt. Gastronomie spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie schafft Orientierung, bietet Raum zum Verweilen und trägt wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei.
Gemeinsam mit dem Flughafen Wien und den zwei großen Betreibern der Gastronomie Outlets Lagardère Travel Retail sowie SSP - beide Unternehmen sind weltweit führende Betreiber von Travel-Retail- und Gastronomiekonzepten - entwickelt Derenko derzeit elf Gastronomiebereiche für die Süderweiterung des Flughafens Wien. Während bei einigen Projekten die vollständige Gestaltung im Mittelpunkt steht, umfasst der Leistungsumfang bei anderen die planerische Umsetzung bestehender Markenkonzepte. Jedes Projekt verfolgt einen eigenen Ansatz und muss gleichzeitig den hohen funktionalen und technischen Anforderungen eines internationalen Flughafens gerecht werden.
Auch wenn der Baustart erst für Ende des Jahres vorgesehen ist, befindet sich das Projekt bereits in einer intensiven Planungsphase. Analyse, Konzeptentwicklung, Materialstudien, technische Abstimmungen und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Projektbeteiligten bilden die Grundlage für Lösungen, die später im täglichen Betrieb zuverlässig funktionieren.
Von der Ausschreibung zur Konzeptentwicklung
Der Grundstein für das Projekt wurde mit einer Ausschreibung des Wiener Flughafens gelegt. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit und bereits erfolgreich umgesetzter Projekte am Flughafen Wien wurde Derenko eingeladen, sich an der Entwicklung der neuen Gastronomieflächen für die Süderweiterung zu beteiligen.
Neben der Ausarbeitung mehrerer Gastronomiekonzepte war auch die Entwicklung eines zentralen Foodcourts Teil der Aufgabenstellung. Die Wettbewerbsunterlagen umfassten Planungsleistungen wie Grundrisse, Schnitte, Visualisierungen und Erläuterungen.
Schon früh zeigte sich jedoch, dass ein Projekt dieser Größenordnung mehr erfordert als einen klassischen Entwurf. Bevor erste Gestaltungsideen entwickelt wurden, stand zunächst die Analyse des Ortes und seiner Anforderungen im Mittelpunkt.
Analyse als Grundlage der Planung
Für den Foodcourt entwickelte Derenko zunächst eine umfassende Studie. Ziel war es, den Standort nicht nur aus architektonischer Sicht zu betrachten, sondern auch seine Funktion innerhalb des Flughafens sowie seine Bedeutung als internationales Eingangstor nach Wien zu analysieren.
Das bestehende Konzept der Flughafenerweiterung interpretiert Wien vor allem über seine klassische Seite. Ein traditionsreiches Kaffeehaus, ein hochwertiges Restaurant und eine Bar greifen bekannte Bilder der Stadt auf.
Für den Foodcourt stellte sich daher eine andere Frage: Wie lässt sich auch das moderne Wien in die Gestaltung einbeziehen? Eine Stadt, die heute ebenso für Kreativität, Vielfalt und internationale Einflüsse steht wie für ihre historische Architektur.
Diese Überlegung bildete den Ausgangspunkt für die weitere Konzeptentwicklung.
Vom Konzept zur Planung
Auf Basis der Studie wurde der Foodcourt Schritt für Schritt weiterentwickelt. Parallel entstanden Materialkonzept, Möblierung, Lichtplanung sowie die räumliche Zonierung und Orientierung innerhalb der Fläche.
Alle Entscheidungen wurden sowohl gestalterisch als auch funktional bewertet. Ziel war es, einen Bereich zu entwickeln, der den unterschiedlichen Bedürfnissen der Reisenden gerecht wird und gleichzeitig langfristig den Anforderungen eines hochfrequentierten Flughafens standhält.
Materialwahl unter besonderen Anforderungen
Die Auswahl der Materialien unterscheidet sich bei einem Flughafenprojekt deutlich von klassischen Gastronomieprojekten. Neben der gestalterischen Qualität spielen Robustheit, Pflegeaufwand und technische Anforderungen eine wesentliche Rolle.
Bereits in der Planungsphase werden Materialien hinsichtlich ihrer Belastbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und Zertifizierungen geprüft. Gleichzeitig müssen sie dauerhaft hochwertig wirken und auch bei intensiver Nutzung ihre Qualität behalten.
Das Materialkonzept verbindet deshalb langlebige Oberflächen mit einer zurückhaltenden Gestaltung und schafft die Grundlage für einen wirtschaftlichen Betrieb über viele Jahre.
Planung im Flughafenumfeld
Flughäfen zählen zu den komplexesten Planungsumgebungen im Hospitality-Bereich. Bereits in einer frühen Projektphase müssen zahlreiche technische, behördliche und betriebliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Dazu gehören unter anderem Brandschutzvorgaben, Materialzertifizierungen, Sicherheitsbestimmungen sowie die Einhaltung unterschiedlicher Corporate-Design-Richtlinien der einzelnen Betreiber. Gleichzeitig müssen sämtliche Lösungen den Anforderungen eines stark frequentierten Betriebs entsprechen und langfristig wirtschaftlich funktionieren.
Diese Rahmenbedingungen begleiten jede Planungsentscheidung – von der ersten Konzeptidee bis zur späteren Umsetzung.