Derenko goes Kopenhagen
3 Days of Design 2026: Die Eindrücke unserer Designerinnen
Vom 10. bis 12. Juni 2026 wurde Kopenhagen erneut zum Treffpunkt der internationalen Designszene. Die 3 Days of Design zählt längst zu den wichtigsten Designfestivals Europas und bietet weit mehr als eine klassische Möbelmesse. Über die gesamte Stadt verteilt präsentierten renommierte Marken, Designer und Hersteller ihre neuesten Produkte, Konzepte und Rauminszenierungen – eingebettet in historische Gebäude, Showrooms und urbane Orte.
Für uns bei Derenko ist die Reise nach Kopenhagen eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen im Interior Design frühzeitig zu erkennen und die Trends von morgen unmittelbar zu erleben. Besonders spannend war dabei die Frage, welche Themen künftig die Gestaltung von Hotels, Restaurants, Bars und Arbeitswelten prägen werden.
Räume werden flexibler, persönlicher und atmosphärischer
Ein Eindruck zog sich durch nahezu alle Ausstellungen: Im Mittelpunkt stand weniger das einzelne Möbelstück als vielmehr das gesamte Raumerlebnis. Viele Inszenierungen wirkten bewusst ruhig, reduziert und sorgfältig kuratiert. Statt Aufmerksamkeit durch Inszenierungseffekte zu erzeugen, lag der Fokus auf Atmosphäre, Materialität und einer angenehmen räumlichen Wirkung.
Besonders präsent war das Thema Zonierung. Bereiche wurden nicht durch feste Wände getrennt, sondern mit Vorhängen, Textilien, Regalen, Teppichen oder Pflanzen definiert. So entstanden innerhalb großzügiger Räume kleinere, intime Situationen, die Offenheit und Geborgenheit miteinander verbinden. Ein Ansatz, der gerade im Hospitality Design zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die neue Ruhe: Inspiration aus Japan
Auch der Einfluss japanischer Gestaltung war deutlich spürbar. Dabei ging es weniger um den bekannten „Japandi“-Trend als um eine grundsätzliche Haltung zur Raumgestaltung. Leerraum wurde bewusst eingesetzt, Formen blieben klar und reduziert, Materialien wirkten natürlich und authentisch.
Viele Ausstellungen vermittelten ein Gefühl von Entschleunigung. Florale Arrangements waren zurückhaltend, Möbel erhielten Raum zum Wirken und jede Inszenierung schien sorgfältig komponiert. Die Botschaft dahinter war deutlich: Gute Gestaltung braucht nicht mehr, sondern oft weniger.
Materialität wird zum zentralen Gestaltungselement
Bei den Materialien stand vor allem eines im Vordergrund: Haptik. Stoffe mit grober Webstruktur, Bouclé-Oberflächen, offene Gewebe und natürliche Texturen prägten zahlreiche Präsentationen. Die Wirkung eines Materials schien vielerorts wichtiger zu sein als auffällige Farben oder expressive Formen.
Auch die Farbwelt blieb zurückhaltend. Natürliche Töne wie Leinen, Sand, Stein, Taupe und warme Holznuancen dominierten das Bild. Akzente wurden gezielt gesetzt – etwa durch Bordeaux, Dunkelgrün oder gedeckte Blautöne.
Chrom statt Gold
Eine Entwicklung, die besonders ins Auge fiel, betrifft metallische Oberflächen. Während Messing und Gold in den vergangenen Jahren nahezu allgegenwärtig waren, rückten sie diesmal deutlich in den Hintergrund.
Stattdessen begegneten uns Chrom, polierter Edelstahl und spiegelnde Oberflächen überraschend häufig. In Kombination mit warmen Materialien wie Eiche, Leinen oder Travertin entstanden spannende Kontraste, die zeitgemäß wirken, ohne kühl oder technisch zu erscheinen.
Pflanzen als gezielte Rauminszenierung
Auch Pflanzen und Blumen spielten eine wichtige Rolle – allerdings anders als noch vor einigen Jahren. Üppige Arrangements waren selten zu sehen. Stattdessen wurden einzelne Objekte bewusst in Szene gesetzt: eine große Vase, eine skulpturale Pflanze oder ein reduziertes florales Arrangement.
Diese gezielten Akzente verliehen den Räumen Charakter und unterstrichen die Gesamtatmosphäre, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
„Make This Moment Matter“
Rückblickend beschreibt das diesjährige Motto „Make This Moment Matter“ die Stimmung der Veranstaltung sehr treffend. Es stand weniger für einen konkreten Trend als für eine Entwicklung, die sich durch viele Ausstellungen zog: die bewusste Konzentration auf echte Materialien, menschliche Begegnungen und sinnliche Raumerfahrungen.
Vielleicht ist genau das eine Antwort auf unsere zunehmend digitale Welt. Während Künstliche Intelligenz, virtuelle Inhalte und Bildschirme immer präsenter werden, wächst gleichzeitig das Bedürfnis nach authentischen Orten, die wir mit allen Sinnen erleben können.
Für uns bestätigt die 3 Days of Design einmal mehr, wie wichtig es ist, internationale Entwicklungen direkt vor Ort zu beobachten. Denn viele der Themen, die heute in Kopenhagen sichtbar werden, prägen schon morgen die Gestaltung von Hotels, Restaurants, Bars und Arbeitswelten. Sie liefern wertvolle Impulse für unsere Projekte – und zeigen, wohin sich zeitgemäßes Interior Design in den kommenden Jahren entwickeln wird.